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Fürthlauf 2017

So war's 2008

Das Jahr 2008 war für den Fürthlauf wieder mal eine Superlative. Wir konnten unseren Teilnehmerrekord nochmals überbieten. Dieses Jahr gingen 1350 Teilnehmer an den Start. Trotz des kurzen Regenschauers kurz vor dem Hauptlauf liess sich keiner entmutigen - der Regen hörte auch sofort wieder auf. Die Fürther Nachrichten schrieben am 14.4.2008:

Down-Syndrom-Staffel startete beim «Fürthlauf» - Insgesamt 1350 Teilnehmer

Zum sechsten Mal ging gestern der «Fürthlauf» über die Bühne. Bei dem «Familienfest» stand laut Veranstalter Roland Kastner «wie immer der Spaß im Mittelpunkt, nicht der Leistungsgedanke». Während ein ganztägiges Rahmenprogramm aus Live-Musik und Bühnenshows auf der Freiheit für Unterhaltung sorgte, nahmen 1350 Menschen, darunter 548 Kinder, Strecken zwischen 1,3 und zehn Kilometer in Angriff, die quer durch die Innen- und Altstadt führten. Erstmals am Start: das «Team 21», eine Staffel von 18 Menschen mit Down Syndrom.

Als Simon Federer (22) ins Ziel läuft, lacht er und reißt jubelnd die Arme hoch. Zehn Kilometer hat der angehende Hilfstierpfleger aus der Schweiz soeben bewältigt, und dafür 68 Minuten gebraucht, etwa doppelt so viel wie der erste Läufer, der durchs Ziel ging. Doch ums Tempo geht es für Federer nicht. Er sagt, dass er sich gut fühle, dass er mit dem Laufen seinen Bauch abtrainiere und dass er stolz sei, auf sich und auf seine Mitstreiter, die anderen jungen Leute aus dem «Team 21». Sie alle arbeiten an einem gemeinsamen Ziel: Mit vereinten Kräften wollen sie im Juni den Metropolmarathon schaffen.

Der «Fürthlauf» war also eine Trainingseinheit für die Teilnehmer mit Down Syndrom, wenn auch eine besondere, die sie nun gemeistert haben. Begleitet von der Fußballdamenmannschaft des 1. FCN traten sie in fünf Teams an. Jeder Einzelne bewältigte eine Distanz von zwei bis vier Kilometern. Nur Simon Federer und Albin Hofmayer (19) aus Ingolstadt hatte «der Ehrgeiz gepackt», wie Staffelorganisatorin Anita Kinle aus Fürth vorab lachend erklärte. Die beiden hatten sich die gesamte Strecke vorgenommen. Federer schaffte sie mühelos, Hofmayer bekam Probleme mit dem Fuß und musste nach sieben Kilometern abbrechen. Arg enttäuscht war er nicht. Sein Kommentar: «Es ist gut, dabei zu sein.»

Menschen mit Down Syndrom haben in ihren Körperzellen 47 statt 46 Chromosomen. Da das Chromosom 21 dreifach vorhanden ist, spricht man auch von Trisomie 21. Es handelt sich nicht etwa um eine «ansteckende Krankheit», so Anita Kinle, sondern um eine genetisch bedingte Entwicklungsverzögerung, die sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann. «In unserer Staffel haben wir geistig Behinderte und Lernbehinderte, aber alle sind ausdauerleistungsfähig.» Kinles achtjähriger Sohn Thomas tut sich nach den Worten seines Vaters Thomas Kinle (44) insbesondere mit dem Sprechen schwer. Seine Sehfähigkeit ist stark beeinträchtigt und er hat erst mit fast zwei Jahren «nach viel harter Arbeit» angefangen, zu laufen.

Thomas Kinle sagt, seine Frau habe ihren Job als Niederlassungsleiterin einer Bank aufgegeben, als nach der Geburt ihres Ältesten - Tochter Cosima ist vier - klar war, dass dieses besondere Kind besonders viel Zeit und Zuwendung braucht. Gestern bewältigte der Junge 400 Meter der Laufstrecke an der Hand seiner Mutter und trug den Staffelstab ins Ziel.

Anita Kinle wischt sich noch die Freudentränen aus den Augen, da hat ihr Sohn schon das nächste Ziel im Blick: Er muss jetzt zu all den anderen Kindern auf die bunte Riesenrutschbahn. Thomas Kinle senior glaubt, dass sein Sohn lebenslange Betreuung brauchen wird. Denn: «Menschen mit Down Syndrom kennen keinerlei Argwohn. Sie gehen so positiv auf andere zu, dass sie schon deshalb immer einen Aufpasser brauchen, weil ihnen sonst ein Vertreter auch die fünfte Waschmaschine verkaufen würde.»

Trotzdem gibt es Betroffene, die eigenverantwortlich leben wollen. Simon Federer ist so einer. Auf eine Flugreise von Zürich nach Nürnberg hat er sich schon mal alleine gewagt. Und er will eine eigene Wohnung haben. Vater Peter Federer (57) versichert, er und seine Frau würden ihren Sohn bei diesem Vorhaben nach Kräften unterstützen. Der Allgemeinmediziner glaubt, dass Menschen mit Down Syndrom oft zu sehr geschont werden, «dass sie in ihrer Behinderung eingesperrt werden». Es sei schwierig, meint er. Man dürfe Menschen wie Simon nicht überfordern, sie aber auch nicht behindern.

Hier gibt's Bilder vom Fürthlauf 2008

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